Geben Sie Nutzerfreundlichkeit und Lesbarkeit Raum
Tipps für Online-PDF-Dokumente

Bert Wolters
Senior Project Manager
Es gibt ohne Zweifel gute Gründe, warum Bücher, Magazine und anderer Lesestoff im Hochformat angelegt sind und Bildschirme im Querformat. Wissenschaftler haben dafür sicher gute Erklärungen, aber darum geht es mir hier nicht. Wofür es meiner Meinung nach keinen guten Grund gibt, ist das Hochformat (Portrait) vieler PDFs, die ich online sehe.
Die Online-Welt ist nämlich vor allem im Querformat – Landscape – angelegt, Mobilgeräte natürlich ausgenommen, aber dort schaut man sich ein PDF nicht zum Vergnügen an. Die meisten Online-PDFs sind eine Strafe, wenn man sie auf dem Handybildschirm durchgehen will. Man scrollt ununterbrochen, erst recht bei einem mehrspaltigen Aufbau. Und das, obwohl links und rechts schöne ungenutzte Zonen liegen. Sehr unlogisch. Ich bin kein Befürworter von PDFs als Online-Content, mir sind gut druckbare, integrierte Inhalte lieber. Wenn es aber sein muss und sich offenbar nicht abschaffen lässt, dann bitte in der nutzerfreundlichsten und lesbarsten Variante: Querformat!

Europeesche verzekeringen
Wer wagt es, die „ungeschriebene Konvention“ des Hochformat-PDFs zu durchbrechen? Die Marketer bei Europeesche (inzwischen a.s.r.) zweifelten zunächst ebenfalls, gingen im vergangenen Jahr aber doch auf die Herausforderung ein. Es passte zur Revitalisierung der Marke, und gleichzeitig bauten sie eine neue Corporate Site. Ein guter Moment, um die Information für (potenzielle) Kunden und Geschäftspartner (ATPs, Reisepartner und Bevollmächtigte) besser aufzustellen.
Die Produktinformationen von Europeesche und die Bedingungen je Versicherungsprodukt stehen inzwischen online, und die Begeisterung ist groß. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass die Layout-Ausrichtung einen positiven Einfluss auf die endgültige Formensprache der neuen Markenpräsentation hatte. Das war vorher nicht so gedacht, brachte im Verlauf aber einen Teil der Eigenheit von Europeesche hervor.

Vorteile eines Online-PDFs im Querformat
Neben der besseren Online-Lesbarkeit bringt die Entscheidung für das Querformat-PDF Europeesche noch weitere Vorteile. Durch die bessere Online-Lesbarkeit wird weniger gedruckt, und darüber freut sich die Umwelt. Die Produktinformationen und Bedingungen werden praktisch nicht mehr gedruckt, das spart Kosten, verhindert das Wegwerfen alter Bestände und ist ebenfalls umweltfreundlicher. Die aktuellsten Versionen sind jetzt unmittelbar verfügbar, online (und damit auch beim Kunden) wie im gesamten Kanal – kurz gesagt: optimale Time-to-Market.
Tipps zur Gestaltung
Sorgen Sie für ein Format oder Verhältnis, das sich gut auf A4 drucken lässt. Achten Sie darauf, dass Elemente nicht randabfallend sind. Oder gestalten Sie es so, dass beim Drucken keine unerwünschten Bildreste übrig bleiben und keine wichtigen Elemente wegfallen. Schaffen Sie – gerade bei größeren Dokumenten – Navigationshilfen mit Hyperlinks. Behalten Sie die Dateigröße im Auge! Für die Online-Nutzung genügen 96 dpi, für Druckversionen 200 dpi. Es müsste seltsam laufen, wenn Sie dann noch über 1 MB kommen.
Hoch- oder Querformat, that’s the question
Dieses Plädoyer für das Online-PDF im Querformat entstammt meiner eigenen Erfahrung und Beobachtung. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich der Einzige bin, der nach Nutzerfreundlichkeit und Lesbarkeit strebt. Wer teilt meine Meinung oder hat eine nützliche Ergänzung? Standpunkte wie dieser brauchen kritische Beurteilung und Feedback, um breit getragen zu werden. Deshalb lade ich neben Gestaltern und Marketern gerne alle Leserinnen und Leser ein, ihre Meinung zu geben und per Mail eine Reaktion zu hinterlassen. Vielen Dank im Voraus!




